Tate Modern

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Martin Burden. Ramboll

Martin Burden

BE CEng MIStructE MIEAust, Consulting Director, Hochbau & Architektur (UK)
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Ramboll. Anne Gordon. Image courtesty of Paulina Sobczak Photography.

Ann Gordon

BEng (Hons) Civil Engineering, MICE, Director, Masterplanning
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Kai Richter. Ramboll

Kai Richter

Technical Associate
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Mohsen Vaziri. Ramboll

Mohsen Vaziri

Head of Ground Engineering, London
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Philip Wilkinson. Ramboll

Philip Wilkinson

Director, Buildings
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Robert Godbold. Ramboll

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Associate, Buildings
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Simon Corness

Project Director
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Das Blavatnik Building ist eine ikonische Ergänzung der Londoner Skyline. Am 17. Juni 2016 offiziell eingeweiht, erweitert das neue Gebäude die Tate Modern und eröffnet neue Wege, die Sammlung der Tate auszustellen. Dadurch trägt es zu dem aktuellen Erfolg der Tate Modern bei, 2018 die meistbesuchte Attraktion im Vereinigten Königreich zu sein. 

Die wegweisende Tate-Modern-Erweiterung sprengt die Grenzen des modernen Designs und Ingenieurwesens. Von der einzigartigen geometrischen Struktur bis zur eindrucksvollen Backsteinfassade wurde jede Facette dieses Gebäudes mit überwältigender Detailgenauigkeit geplant. 

Das Tate Modern ist das weltweit am meisten besuchte Museum für moderne Kunst und nun auch die meistbesuchte Attraktion im Vereinigten Königreich (2018). Der Anbau ermöglicht eine Erweiterung der Ausstellungsfläche um 60 Prozent, was angesichts des Besucherandrangs begrüßt wurde: Seit der Eröffnung des Museums im Jahr 2000 übertrafen die Besucherzahlen sämtliche Erwartungen. Nach der Eröffnung des Blavatnik Building ließ sich ein erneuter Anstieg beobachten, von jährlich durchschnittlich 5 Millionen auf 5,9 Millionen Besucher. 

Von den Trustees der Tate in Auftrag gegeben, begann Rambolls Beteiligung an der Erweiterung der Tate Modern im Jahr 2008. Unser Beitrag umfasste Baustatik, Geo-, Bau- und Fassadentechnik sowie Umweltberatung. 

Der Neubau wurde auf drei zweckentfremdeten Öltanks errichtet. In Form eines Kleeblatts arrangiert, erstreckt sich jeder einzelne über 30 Meter und ist 9 Meter tief im Erdboden versenkt. Zwei der drei Öltanks bieten neue, einzigartige Ausstellungsräume für großformatige Kunstinstallationen, Perfomances und Filme. Zusätzlich wurde ein Teil des existierenden Switch Houses umgebaut und versetzt, wodurch drei Etagen mit jeweils 18 Meter langen Galerien gewonnen wurden. 

Über die Öltanks erhebt sich die komplexe Form des neuen Gebäudes, die vom ungleichmäßigen Grundriss entscheidend definiert wurde. Als verdrehter Pyramidenstumpf schraubt es sich in die Höhe. Seine scharfen Kanten und einschneidenden Falten brechen die Fassade in interessante Geometrien auf – eine Reaktion auf die geradlinige Monumentalität des Kraftwerks, in dem das Hauptgebäude situiert ist. 

Beide Gebäude werden optisch durch das Außenmaterial miteinander verbunden. Die Ziegelsteine umhüllen das Mauerwerk und bilden dadurch eine schräg abfallende Fläche, die von einer Reihe von Fenstern aufgebrochen wird. Zudem werden die beiden Gebäude im Erdgeschoss sowie auf der ersten und vierten Etage über neue Fußgängerbrücken miteinander verbunden. Auf dem doppelt so hohen Dachgeschoss durchbricht eine verglaste Brüstung die Fassade. Diese Dachterrasse bietet einen Rundumblick u.a. auf die Themse, St.-Paul’s-Kathedrale und die Londoner Skyline. 

Ramboll hat mit dem Kunden zusammengearbeitet und Design- und Bauteams koordiniert, um die Vision der Tate und die Interpretation der Architekten Herzog & de Meuron für den Anbau zu verwirklichen – ein disziplinenübergreifendes gemeinsames Unternehmen. 

Im folgenden Video sprechen Mitglieder des Projektteams über den Prozess, die Vision und die außergewöhnlichen Herausforderungen, die überwunden werden mussten, um die neue, ikonische Tate Modern zu kreieren:

 

Von Grund auf 

Frühe Arbeiten umfassten umweltbezogene Untersuchungen des Erdbodens. Unser Team analysierte sorgfältig die Bodenbedingungen, Grundwasser und Gasvorkommen, um ein Grundmodell für die geologischen Arbeiten zu erstellen. Dies resultierte in Vorschlägen zur Umweltbelastungsminimierung für Design und Bauarbeiten, wodurch zudem Korrekturmaßnahmen reduziert werden konnten.

Gemeinsamkeit beider Gebäude 

Das Switch House teilt seine Fundamente mit der existierenden Turbine Hall und dem neuen Gebäudeturm, der das Switch House überragt. Auch wegen des Glasdachs der Turbine Hall war die Berücksichtigung der Setzung daher von zentraler Bedeutung für unser Bodenmechanik-Team. Die Senkung als kritischer Faktor wurde zum Leitmotiv in der Entwicklung des Fundamentdesigns.

Die Geometrie herausfordern 

Das Gebäude weist eine einzigartige Geometrie und bemerkenswerte Ziegelfassade auf. Jede Facette des Gebäudedesigns musste mit akribischer Präzision geplant und koordiniert werden. Seine unverwechselbare und komplexe Form beeinflusste viele Aspekte des Gebäudes in ihrer Gestaltung, beispielsweise das Arrangement der Backsteine, Fenster und vorgefertigten Fassadenplatten, der internen Struktur und des Gerüsts.

Ein Betonrahmen erhebt sich aus der Betonunterwelt 

Der Betonrahmen des Turms taucht in Form einer facettierten Pyramide aus der Betonunterwelt auf. Tiefe Übertragungsbalken erleichtern eine Änderung der Geometrie und bilden eine Basis für das Aufsteigen der Turmstruktur. In sorgfältiger Abstimmung mit der verbleibenden Kellerstruktur der Ölkanister wird eine Beziehung zu dem rohen Charakter des vorhandenen Industrieerbes hergestellt. Rambolls Leidenschaft für Design durchdringt das Gebäude: Um das bestmögliche Ergebnis sicherzustellen, wurden für die exponierte Fläche vorab zahllose Varianten des Betons erprobt. Die endgültige Lösung bestand zu 40 Prozent aus GGBS. Dieser Grad gewährleistete nicht nur eine helle und glatte Oberfläche mit scharfen Kanten, sondern enthielt auch weniger Kohlenstoffdioxid, was zu einem geringeren CO2-Fußabdruck des Betons führte.

Berücksichtigung der vielfältigen Bedürfnisse des Gebäudes im strukturellen Design

Die durchgehenden vorgefertigten Umfangssäulen bilden die „Falten“ in der Gebäudehülle. Die Säulen enthalten an kritischen Stellen einen Kern aus Baustahl, um Schlankheit zu gewährleisten. Sie weisen ein kreuzförmiges Profil auf und wurden mit „Armen“ zur Unterstützung der vorgefertigten Verkleidungsplatten, Verglasungen und Mauerwerke versehen. Durch die wenigen, strategisch positionierten Säulen werden die inneren Räume maximiert und betont. Ein neuer Stahlrahmen sowie zusätzliche Stahlsäulen neben der vorhandenen Turbine Hall bieten eine freie Spanne von 18 m zu den Galerien.

Eine einzigartige Ziegelfassade 

Wie ein architektonisches Wunder umhüllt die einzigartige perforierte Ziegelfassade die Struktur des Gebäudes und fungiert dabei als Regenschutz. Die Kanten und Falten sind säulenfrei, was die Kontinuität der Oberfläche betont. Gleichzeitig bietet sich somit ein „freier Blick“ nach außen. Insgesamt wurden zwischen August 2014 und Februar 2016 336.000 Steine in 212 verschiedenen Typen installiert, wobei ein neues System verwendet wurde, das bei „Allwetter“ verbaut werden konnte.

Verglasung für Sicht und Licht 

Blickt man aus der Tate-Modern-Erweiterung, ist es schwierig, die Komplexität bei der Gestaltung der Fenster nachzuvollziehen. Mit fünf verschiedenen Neigungen führen die Falten und Kanten des Gebäudes zu 60 verschiedenen Glashöhen bei den knapp 1.700 Glasscheiben. Sie erstrecken sich über bis zu 29 Fensterreihen, die über die gesamte Hülle verteilt sind.

Die Verbindung beider Gebäude 

Die Brücke der Turbine Hall verbindet die Galerien im Boiler House – dem ursprünglichen Gebäude der Tate Modern – mit dem neuen Switch House. Die 25 m lange Verbindungsbrücke schwebt 26 m über dem Boden der Turbine Hall und wurde inmitten der vorhandenen Dachstühle installiert. Sie ist Teil der Gesamtzirkulationsstrategie und des Besuchererlebnisses der Tate Modern.

Boulevard-Treppen verbinden Stockwerke 

Die vier einzigartigen Boulevard-Treppen sind viel mehr als nur ein Weg, um zu verschiedenen Stockwerken zu gelangen. Indem sie breit und tief sind, schaffen sie einen Ort, an dem Menschen miteinander in Kontakt treten können, wodurch das Gesamterlebnis erweitert wird.

Abfluss- und Hochwassermanagement 

Es wurde eine Abfluss- und Hochwassermanagementstrategie entwickelt, um das Risiko von Überschwemmungen und Auswirkungen auf das bestehende Abwassersystem zu minimieren.

Neuer öffentlicher Raum 

Im Rahmen der allgemeinen Sanierung der South Bank wurde der öffentliche Raum maximiert, um den Handel für lokale Unternehmen zu verbessern. Daran wurden auch die Straßen rund um die Erweiterung der Tate Modern angepasst.