Nachhaltige Finanzen: Datensammlung über Umwelteinflüsse der Wirtschaft als Grundlage zur Klassifizierung

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Veronika Abraham

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Ausgangssituation

Durch nachhaltige Finanzen soll in Europa nicht nur der europäischen Green Deal unterstützt werden, auch weltweit ist es das Ziel der „Sustainable Finance“, private Investitionen als Ergänzung zu öffentlichen Geldern in den Übergang zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft zu lenken.

Im März 2018 hat die EU-Kommission den Aktionsplan für nachhaltige Finanzen verabschiedet, um die Finanzwelt besser mit nachhaltiger Entwicklung zu verknüpfen. Der Aktionsplan schlägt unter anderem vor, ein EU-Klassifizierungssystem, die „Taxonomy“ einzuführen, um ein gemeinsames Verständnis von nachhaltigen Wirtschaftsaktivitäten bei allen Akteuren zu schaffen.

Die daraufhin entstandene „Taxonomy Regulation“, die 2020 verabschiedet werden soll, bildet den regulatorischen Rahmen und umfasst neben sozialen Aspekten sechs ökologische Ziele, für die zukünftig die konkrete Klassifizierung von Wirtschaftsaktivitäten näher beschrieben werden soll. Bis Ende 2020 wird dies für die beiden klimabezogenen Ziele erfolgen. Die vier anderen Ziele beziehen sich auf die nachhaltige Nutzung und den Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, den Übergang zur Kreislaufwirtschaft, die Prävention und Kontrolle von Umweltverschmutzung sowie Schutz und Wiederherstellung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen. Für diese Ziele muss in einem mehrstufigen Verfahren diese Klassifizierung noch entwickelt werden.

Lösungsansatz & Maßnahmen

Ramboll unterstützt in einem aktuellen Projekt die EU-Kommission mit einer Vorstudie zu diesen vier Umweltzielen. Dabei sollen die Einflüsse der verschiedensten Wirtschaftszweige auf Wasser, Kreislaufwirtschaft, Umweltverschmutzung und Ökosysteme untersucht und systematisch dargestellt werden. Die Analysen sollen einer neuen internationalen Plattform für nachhaltige Finanzen als Grundlage für ihre weitere Arbeit an der EU-Taxonomie dienen. Das interdisziplinäre Team von Ramboll wird dabei vom Umweltbundesamt Österreich unterstützt. Konkret umfasst das Projekt folgende Aufgaben:

  • Analyse der Auswirkungen von Wirtschaftsaktivitäten auf die vier Umweltziele und deren Reduktionspotential
  • Identifizierung konkreter Reduktionsmöglichkeiten
  • Vorschlag für die Entwicklung einer Liste von vorrangig zu betrachtenden wirtschaftlichen Aktivitäten aufgrund ihres wesentlichen Beitrags zum jeweiligen Umweltziel

Ergebnis

Die Ergebnisse der Untersuchung dienen der EU-Kommission sowie der Plattform für nachhaltige Finanzen als Grundlage für ihre weitere Arbeit an der Entwicklung der Taxonomie. Zunächst werden auf Basis der durch Ramboll erarbeiteten Ergebnisse prioritäre Sektoren bzw. Wirtschaftsaktivitäten für die Entwicklung von Kriterien festgelegt. Diese finden später Eingang in delegierte Rechtsakte unter der EU Taxonomy Regulation.

Gesellschaftlicher Beitrag

Der Übergang zu einer globalen nachhaltigen Entwicklung lässt sich nur unter Beteiligung aller gesellschaftlichen Akteure, inklusive des Finanzsektors, erreichen. Die EU schafft mit ihrer Taxonomie die Rahmenbedingungen und ein einheitliches Verständnis für nachhaltige Finanzen. Ramboll trägt mit seinen Untersuchungen zur zielgerichteten Entwicklung von Kriterien für die Klassifizierung von Wirtschaftsaktivitäten bei und unterstützt die Plattform mit Hintergrundanalysen zu Umwelteinflüssen und Reduktionspotenzialen bei ihrer weiteren Arbeit. Bis Ende 2021 will die EU-Kommission die Arbeiten auch an den verbleibenden vier Umweltzielen abschließen.