Building Information Modeling (BIM) – Pilotprojekt für die DB Netz AG

Anschlussstelle Freiburg Nord

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Anne-Catrin Norkauer

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Team Leader Infrastructure
Mobiltelefon: +49 151 44 00 62 36
Yannik Melchior

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Consultant
Mobiltelefon: +49 151 44 00 62 34
Das Ziel der Deutschen Bahn (DB) ist es, ab Ende 2020 alle standardisierbaren und komplexen Verkehrsinfrastrukturprojekte mit Building Information Modeling (BIM) abzuwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Methode in vielzähligen Projekten pilotiert. Aus den gewonnenen Erfahrungen und Ergebnissen der BIM-Pilotprojekte soll ein standardisiertes Vorgehen für die DB erarbeitet werden.

Mit dem Pilotprojekt der Neu- und Ausbaustrecke Karlsruhe-Basel für den Streckenabschnitt 8A zwischen Kenzingen und Müllheim, testete die DB neue Methoden in der Projektabwicklung und Zusammenarbeit mit den involvierten Projektbeteiligten. Ziel war es Erkenntnisse zu gewinnen, welche Vorteile sich beim Einsatz von BIM bereits in frühen Planungsphasen (Entwurfs- und Genehmigungsplanung) ergeben können. Bei der Bestandsmodellierung kamen die Ergebnisse aus Laserscannings und Drohnenaufnahmen sowie hochauflösende georeferenzierte Orthofotos in 3D zum Einsatz. Diese Daten dienten als Basis für die weitere Planungsmodellierung und die spätere Visualisierung.

Unsere Services

Innerhalb eines ambitionierten Zeitplans hat Ramboll für das knapp 50 km lange Pilotprojekt folgende Inhalte erarbeitet:

  • Modellierung und Attribuierung von über 250 3D-Fachmodellen, für die Fachmodellkategorien: Verkehrsanlage Eisenbahn, Verkehrsanlage Straße, Ingenieurbauwerke und Digitales Geländemodell im Detailierungsgrad 250 (Level of Development = LOD 250) nach Vorgabe der Auftraggeber Informationsanforderungen (AIA),
  • Kollisionsprüfungen im Rahmen der Qualitätssicherung,
  • Input für die Erstellung der 4D- und 5D-Modelle (Kosten- / Zeitplan) für die koordinierten Gesamtmodelle,
  • Fünf abschnittsweise begehbare Modelle auf Basis und Kombination von 415 Bestands- und Planungsmodelle sowie weiterer Gelände- und Gebäudeinformationen,
  • Fünf abschnittsweise Visualisierungen auf Basis und Kombination von 415 Bestands- und Planungsmodelle sowie weiterer Gelände- und Gebäudeinformationen,
  • 50 hochauflösende Renderings auf Basis und Kombination von 415 Bestands- und Planungsmodelle sowie weiterer Gelände- und Gebäudeinformationen,
  • Input zu Methodik und Workflow für den BIM-Abwicklungsplan (BAP),
  • Redaktioneller Input zum Lessons-Learned-Bericht.

Bei der Visualisierung des Gesamtmodells konnten wir auf unsere umfangreichen Erfahrungen aus skandinavischen Schienenprojekten in Norwegen, Schweden und Dänemark zurückgreifen. Mit unserem internationalen Projektteam aus Norwegen, Dänemark und Deutschland stellten wir sicher, dass die hohen Qualitätsanforderungen im Projekt mit den derzeit aktuellsten und innovativsten Softwareprogrammen umgesetzt wurden.

Ergebnis & Kundennutzen

Durch die von Ramboll im Rahmen des Pilotprojekts erstellten Fachmodelle und Visualisierungen, konnte die DB Netz AG weitere Erkenntnisse für die Entwicklung eines Unternehmensstandards BIM gewinnen. Aufgrund des geringen Standardisierungsgrads von BIM im Infrastrukturbereich zeigte sich, dass insbesondere die Startphase derzeit noch zeitaufwendiger ist als bei der konventionellen Planung und der Koordinations- und Kommunikationsaustausch aller Projektbeteiligten intensiv gestaltet werden muss.

Allgemein ergeben sich gezielte Vorteile aus der BIM-Modellierung in frühen Leistungsphasen. Eine frühe Verknüpfung zwischen dreidimensionalen Fachmodellen und Termin- und Kostenplänen schafft eine höhere Planungs- und Kostensicherheit und somit auch eine bessere Abschätzung für das spätere Lebenszyklusmanagement. Des Weiteren können durch einen gewissen Mehraufwand fundierte Visualisierungen für eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung erstellt werden.