Nachhaltiger Schienenverkehr für Rheinland-Pfalz: Batterieelektrische- & Wasserstoffantriebe im parallelen Probebetrieb

3. September 2021

Ramboll unterstützt den Zweckverband SPNV-Nord bei einem in Deutschland einmaligen Pilotprojekt: In Rheinland-Pfalz sollen erstmals zeitgleich Probebetriebe von Batteriefahrzeugen und Brennstoffzellenfahrzeugen auf Wasserstoffbasis im Fahrgastbetrieb durchgeführt werden. Beide technischen Lösungen versprechen eine emissionsfreie Ablösung von Dieselfahrzeugen und bereiten den Weg zur nachhaltigen Mobilität. 

Kontakt

Carolin Thalhofer

Consultant
Telefon: +49 1522 2583941

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde die Einsatzfähigkeit von Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechnologien durch Ramboll gemeinsam mit NBSW untersucht. Wir unterstützen den Auftraggeber bei der technisch-betrieblichen Konzeption, Wirtschaftlichkeitsanalyse und Einbettung in laufende Verkehrsverträge. Auf Basis der Machbarkeitsstudie stimmte die Zweckverbandsversammlung des SPNV-Nord der konkreten Vorbereitung der Probebetriebe zu.

 

„Der zeitgleiche Pilotbetrieb von zwei neuen Antriebsformen ist in Deutschland bis dato einmalig“, berichtet Carolin Thalhofer, Consultant. Zwischen Limburg an der Lahn und Siegen sollen drei batterieelektrische Züge durch die Hessische Landesbahn getestet werden. Die DB Regio soll die Erprobung von drei wasserstoffbetriebenen Zügen auf der Ahr- und Lahn-Eifel-Bahn rund um Koblenz übernehmen. „Bislang gibt es zu wenig praktische Erfahrungen im Bereich der alternativen Antriebe. Im Projekt können die verschiedenen Vor- und Nachteile der Antriebe parallel beobachtet und evaluiert werden“, erklärt Thalhofer. „Mit diesem Wissen als Grundlage kann der Zweckverband SPNV-Nord als Aufgabenträger für die künftigen Neuvergaben der heutigen Dieselnetze fundierte strategische Entscheidungen hinsichtlich der Antriebsarten in der Zukunft treffen.“

 

Klimafreundliche Mobilität mit mehr Schienenverkehr & alternativen Antrieben

Der Verkehrssektor ist für knapp 20 % aller Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Der Anteil des Schienenverkehrs an den Emissionen ist allerdings sehr gering – nur 1 % geht auf diesen zurück, mehr als 95 % emittiert der Straßenverkehr. Trotzdem ist die Elektrifizierung von Bahnstrecken und die Umstellung auf alternative Antriebe eine relevante Stellschraube für die Mobilitätswende: Alleine mit dem Wechsel von sechs Diesel- auf batterieelektrische- oder wasserstoffbetriebene Züge im nördlichen Teil von Rheinland-Pfalz, können bis zu 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Mit grünem Wasserstoff, der mit Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird, lassen sich Emissionen einsparen. Gleiches gilt für den Betrieb batterieelektrischer Züge; hier spielt die Bezugsquelle des Bahnstroms eine Rolle für den ökologischen Fußabdruck.

Grundlagen für effizienten und wirtschaftlichen Betrieb legen

„Auch innovative Ansätze müssen am Ende wirtschaftlichen Kriterien gerecht werden und einen effizienten Betrieb ermöglichen“, sagt Thalhofer. Darum führen unsere Expertinnen und Experten eine Marktanalyse der Hersteller durch, vergleichen die Kosten für Infrastrukturanlagen (z.B. Wasserstoff-Tankstellen) und unterstützen bei der Gewinnung von Fördermitteln. In die Analyse fließt auch die Berechnung des Energieverbrauchs, der damit verbundenen Energiekosten sowie der Instandhaltungsaufwendungen ein.

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