Managing Sustainability: Ramboll-Studie zeigt, wie Unternehmen Nachhaltigkeit umsetzen

1. Juli 2020
Auch wenn 95 % der Unternehmen Nachhaltigkeit als Schlüssel für ihren zukünftigen Erfolg sehen, stellt die Umsetzung eines nachhaltigeren Geschäftsmodells viele von ihnen vor eine große Aufgabe. Die Umfrage zeigt die Herausforderungen auf und ein Ramboll-Experte erklärt, wie ein strategischer Ansatz und systematisches Management hierbei helfen können.

Nachhaltigkeit ist ein Schlüsselthema unserer Zeit. Nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch für Unternehmen. Wie die Ramboll-Umfrage „Managing Sustainability“ unter 160 Unternehmen zeigt, geben 95% der Befragten an, dass Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor für den langfristigen Erfolg ihres Unternehmens ist. Und dieses Ergebnis gilt für Unternehmen aus so unterschiedlichen Branchen wie Fertigung, Chemie und Pharma, professionelle Dienstleistungen, Finanzen und Versicherungen, Energie und Immobilien. Die Umsetzung nachhaltigen Geschäftsmodelle erfordert jedoch einen strategischen Ansatz. 

Jens Haubensak, Nachhaltigkeitsexperte bei Ramboll, sagt: „Die Umstellungen, die mit der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeitsthemen auf Unternehmen zukommen, mögen zunächst bedrohlich klingen, aber das muss nicht per se so sein. Im Gegenteil, wenn man strategisch und systematisch vorgeht, können hierbei in der Regel auch Impulse für organisatorische Veränderungen gegeben und letztlich auch neue Geschäftsmöglichkeiten identifiziert werden.“

Den Nachhaltigkeitsmanagern in Unternehmen stehen hierfür bereits viele praxiserprobte Methoden und Instrumente zur Verfügung „Mit Hilfe von Konzepten wie die planetarischen Grenzen oder die Circular Economy kann die strategische Perspektive überprüft und eine ganzheitliche Sicht auf alle relevanten aktuellen und zukünftigen Triebkräfte sowie deren Wechselwirkungen und Geschäftsauswirkungen erfasst werden“, sagt Jens Haubensak. Auf der operativen Ebene bieten bewährte Tools wie Managementsysteme wirksame Plattformen, um Strategien zur operationalisieren und handhabbar zu machen. Wissenschaftlich fundierte Methoden wie Ökobilanzen oder Treibhausgas-Bilanzierungen können angewandt werden, um Leistung messbar zu machen.

Motivation und strategischer Fokus

Die Umfrage zeigt, dass interne und externe Treiber für die Umsetzung von Nachhaltigkeit gleich wichtig sind. „Bei der Entscheidung, nachhaltiger zu wirtschaften, sind 48 % der Befragten auf Risikominimierung bedacht. Für 49 % spielt auch die Sicherung einer guten Reputation und die Erfüllung von Stakeholdererwartungen eine wichtige Rolle“, sagt Jens Haubensak und fügt hinzu: „Zunehmend anspruchsvollere Entwicklungen im regulatorischen Rahmen und steigende Erwartungen von Kunden und Konsumenten erhöhen unweigerlich den Druck auf Unternehmen, sich klar zur Nachhaltigkeit zu positionieren und konkret aufzuzeigen, welche Maßnahmen dafür realisiert werden.“ 

Hinsichtlich der strategisch-thematischen Ausrichtung konzentriert sich die Mehrheit der befragten Unternehmen auf Umweltfragen. Dabei steht der Klimawandel an der Spitze (83%), gefolgt von chemischer Umweltverschmutzung (44%), Süßwasserknappheit und -qualität (37%) sowie Luftverschmutzung (32%). Soziale Aspekte wie der Schutz der Menschenrechte, die Verringerung von Ungleichheit und Ungerechtigkeit sowie von Armut oder epidemischen Krankheiten wurden von 23% der Befragten genannt. 

Herausforderungen bei der Umsetzung

Auch wenn das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und die Motivation, nachhaltiger zu wirtschaften, hoch sind, gibt es bei der Umsetzung Herausforderungen. „Fast die Hälfte der Unternehmen in unserer Umfrage gibt an, dass sie nicht über ausreichende Ressourcen und Kapazitäten verfügen, um die Strategie noch wirksamer umzusetzen“, erklärt Jens Haubensak. Auch finanzielle Aspekte wie die schwierige Messbarkeit des langfristigen ökonomischen Nutzens von Nachhaltigkeit (41%) sowie der als hoch wahrgenommene Investitionsbedarf bei Nachhaltigkeitsmaßnahmen (34%) werden ebenfalls als Herausforderungen genannt. 

"Unsere Umfrage zeigt deutlich, dass sich viele Unternehmen bereits in einem nachhaltigen Transformationsprozess befinden. Sie zeigt aber auch, dass die Akteure ihre Strategien und Systeme konsequent weiterentwickeln müssen, um von neuen Geschäftsmöglichkeiten im Zuge des strukturellen Wandels zu profitieren. Hierfür gibt jedoch kein Standardrezept. Vielmehr müssen spezifische Optionen und Lösungen entwickelt werden. Unsere Experten bei Ramboll verfügen über fundiertes Methodenwissen und umfassende Projektpraxis, um unseren Kunden aus den unterschiedlichsten Sektoren auf ihrem Weg zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise individuell zu begleiten.“