Der 2. Thüringer Seniorenbericht: Lebensqualität im Alter – eine Analyse

2. Mai 2019
Im Auftrag des Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie erstellt Ramboll den 2. Thüringer Seniorenbericht. Am Dienstag wurden mit Akteuren der Seniorenpolitik im Bundesland erste Handlungsoptionen besprochen und anschließend mit Ministerin Heike Werner diskutiert.

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Christiane Fischer-Münnich

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Sandy Jahn

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Der demografische Wandel verändert unsere Gesellschaft. Die Lebenserwartung ist gestiegen und die Gruppe der Personen im Alter von 75 Jahren und älter wächst: mit einem Bevölkerungsanteil von 13,3 Prozent liegt Thüringen bundesweit auf dem dritten Platz und ist das zweitälteste Bundesland. Wie aber steht es um die Lebensqualität der Seniorinnen und Senioren?


Der Bericht wird die Lebenssituation älterer Menschen im Bundesland abbilden. Außerdem wird die Lebensqualität in unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Miteinanders untersucht, die an zahlreiche Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UNSDGs) anknüpfen.

Betroffene selbst befragt

Mit mehr als hundert über 75-Jährigen wurde vor Ort  über ihre Lebenssituation gesprochen: „Es war sehr wichtig, die Zielgruppe und ihre Interessenvertretungen ganz eng zu beteiligen. Seniorinnen und Senioren zu Wort kommen zu lassen, hat viele wichtige Erkenntnisse geliefert, die wir aus den üblichen quantitativen statistischen Daten allein nicht hätten generieren können. Auf diese Weise haben wir viel über die Lebensrealität älterer Menschen erfahren.“, erklärt Dr. Christiane Fischer-Münnich, Entwicklungspsychologin bei Ramboll. 

Wohlbefindensparadox: Positives Lebensgefühl trotz Einschränkungen 


Im 2. Thüringer Seniorenbericht wird aufgezeigt, wie komplex und vielseitig die Lebenslagen der Seniorinnen und Senioren sind: „Die Befragungen haben gezeigt, dass die ältere Generation relativ zufrieden mit ihrem Leben ist, obwohl sie oftmals mit gesundheitlichen Einschränkungen, schlechteren Einkommen oder begrenzter Mobilität zu kämpfen hat. Diesen Zusammenhang bezeichnet man als Wohlbefindensparadox“, so Sandy Jahn, Expertin für Lebensqualität und Psychologie bei Ramboll. 

Zielgenaue Handlungsempfehlungen

Ergänzt wurden diese Befragungen durch Daten des Thüringer Landesamts für Statistik und einem Fragebogen der Weltgesundheitsorganisation, den weitere 300 Seniorinnen und Senioren beantworteten. Außerdem waren vor-Ort-Besuche in acht Landkreisen mit Interviews von Expertinnen und Experten aus der kommunalen Seniorenpolitik und -verwaltung Teil der Analyse. „So konnten wir zielgenaue Handlungsempfehlungen entwickeln, die eine am Bedarf orientiere Politik ermöglichen “, sagt Jahn. 

Eine zentrale Handlungsempfehlung ist ein Steuerungsmodell auf kommunaler Ebene. Es sieht eine zentrale Koordinations- und Kontaktperson vor, die als Bindeglied zwischen den vorhandenen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern für ältere Menschen vor Ort und der Verwaltung dient. „Die Kümmerer sind am nächsten an den Menschen dran und kennen die Bedarfe der Gruppe – es geht darum, die Anliegen weiterzutragen und die Arbeit im Netzwerk zu optimieren“, so Jahn. „Wenn die Betroffenen selbst stärker zu Wort kommen, kann Seniorenpolitik die Lebensqualität älterer Menschen maßgeblich verbessern.“

Ausblick

„Sozialministerin Werner hat mit dem Thüringer Landesprogramm „Solidarisches Zusammenleben der Generationen“ eine Finanzierungsgrundlage im Gepäck. Über eine Aufstockung der Mittel für Seniorenpolitik denke man nach, unsere bisherigen Ergebnisse untermauern dieses Vorhaben“, ergänzt Fischer-Münnich. Die finalen Ergebnisse des Berichts werden vor der Sommerpause präsentiert.

 

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