Ramboll Experte unterstützt die Schweiz im Kampf gegen Corona

7. April 2020
Rico Maritz, Market Director Hospital Logistics, unterstützt die Schweiz dabei, die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu meistern. Als Stellvertreter des Stabschefs des Koordinierten Sanitätsdienstes, hilft er dabei, die Verteilung von medizinischen Ressourcen zu koordinieren.

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Rico Maritz

Rico Maritz

Market Director Hospital Logistics Switzerland
Telefon: +41 44 50035-80

Seit dem 16. März hat Rico Maritz, Market Director Hospital Logistics in der Schweiz, das Ramboll-Büro in Zürich nicht mehr betreten. Stattdessen arbeitet er nun in der Bundesstadt Bern. Denn er gehört zu dem Team, das die medizinische Versorgung des Landes im Kampf gegen das Coronavirus koordiniert. 

Koordination der medizinischen Versorgung

Der Koordinierte Sanitätsdienst ist ein ständiges nationales Netzwerk, das im Kriegsfall sowie in Katastrophen- und Krisensituationen alle verfügbaren medizinischen Ressourcen auf Bundesebene mittels zivil-militärischer Zusammenarbeit plant und koordiniert. Mit der Verbreitung des Coronavirus wurde dieser Dienst nun zur Steuerzentrale für die medizinische Versorgung in den 26 Kantonen der Schweiz. Er entscheidet zügig über die Verteilung von medizinischen Ressourcen. Dabei stützt er sich auf aktuelle Informationen über die Ausbreitung der Viruskrankheit und deren Bewältigung durch die Gesundheitsdienste vor Ort. Rico Maritz wirkte dabei in den letzten Wochen als Stellvertreter des Stabschefs.

Im Büro des Koordinierten Sanitätsdienstes arbeiten an einem normalen Tag fünf Personen. Seit der Verbreitung des Coronavirus wuchs das Team um Rico und 20 weitere Kaderpersonen, alle mit militärischem Hintergrund. Sie unterstützen mit der Zuteilung von Gesundheitspersonal, pharmazeutischen Hilfsmitteln und medizinischer Ausrüstung das ganze Land. Rico Maritz ist Oberst in der Schweizer Milizarmee und war vor seiner Tätigkeit bei Ramboll unter anderem COO des Universitätsspitals in Basel und Direktor des Bürgerspitals in Solothurn. Er ist daher für diese Aufgabe bestens geeignet.

Wie die Schweiz mit dem Coronavirus umgeht

Ähnlich wie in vielen anderen Ländern, versucht der Schweizer Bundesrat die Ausbreitung der Viruskrankheit zu verlangsamen. Stufenweise hat sich das normale Leben verändert: Restaurants und Schulen wurden geschlossen, Maßnahmen zur sozialen Distanzierung getroffen und ältere und gefährdete Bürger isoliert. Unter normalen Umständen sind die Kantone für die Umsetzung von Vorschriften und Regelungen zuständig, doch in dieser Krisenzeit unterstützt die Armee mit ihren Sanitätssoldaten und ihrem Reservematerial das Gesundheitssystem dabei, den Patientenzustrom zu bewältigen.

Beispielsweise haben alle Sanitäter ein Ausbildungszertifikat, um pflegerische Aufgaben auch in einem zivilen Krankenhaus übernehmen zu können. Bereits jetzt ergänzen sie das Personal der Krankenhäuser, um dem steigenden Druck auf das System gerecht zu werden. Daneben verfügt die Armee auch über eine eigene Apotheke und medizinische Ausrüstung, wie zum Beispiel Beatmungsgeräte, die sie nun zur zivilen Versorgung abgeben können. 

Abstimmung von Angebot und Nachfrage 

Rico Maritz erklärt: „Normalerweise sind die medizinischen Reserven der Armee ausschließlich für militärische Patienten bestimmt. Aber jetzt wird nicht mehr differenziert. Wir teilen den Kantonen Sanitäter, Ausrüstung und Medikamente zu, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. Zurzeit ist vor allem der Kanton Tessin an der Grenze zu Italien stark unter Druck, sodass dort die Reserven zuerst eingesetzt werden."

Eine Herausforderung bestand unter anderem darin, zusätzliche geeignete Betten für Intensivstationen zu finden. „Corona stellt viele Gewohnheiten in Frage. Zum Beispiel muss ein Covid-19-Patient, der künstlich beatmet werden soll, auf dem Bauch liegen können. Dafür ist eine spezielle Art von Bett erforderlich“, sagt Rico. Um solche Herausforderungen effizient zu lösen, ist der Koordinierte Sanitätsdienst berechtigt, eine geeignete Person in der Schweiz zu suchen und mit der Lösung der Aufgabe zu beauftragen. Um die Bettenproblematik zu bewältigen, konnte der Sanitätsdienst die in Frage kommenden Personen schnell eingrenzen. Innerhalb von acht Stunden arbeitete ein Projektmanager an der Lösung. Angesichts der aktuellen Situation ist es möglich, innerhalb von Minuten zu bewirken, was normalerweise Wochen dauert.

Rico schätzt, dass die Schweiz bezüglich der Ausbreitung der Viruskrankheit einige Wochen hinter Italien zurückliegt. Er weiß nicht, wie lange die Schweizer Behörden seine Dienste in Anspruch nehmen werden, aber er ist stolz darauf, seinem Land so lange wie nötig zu dienen.