Anerkennung im Wettbewerb für den Neubau der Berliner Mühlendammbrücke

25. August 2021

Bis 2028 soll der Neubau der wichtigen Verkehrsverbindung im Berliner Stadtteil Mitte realisiert werden. Im architektonischen Wettbewerb wurde der Entwurf von Ramboll / Gottlieb Paludan Architekten mit einer Anerkennung ausgezeichnet. 

Kontakt

Alexander Stäblein

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Alexander Mai

Senior Engineer
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Die Mühlendammbrücke liegt auf einer der Hauptachsen in Ost-West-Richtung im Zentrum Berlins, die parallel zur Straße Unter den Linden verläuft. Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1968 und hat historisch, städtebaulich und verkehrlich eine große Bedeutung für die Berliner Innenstadt.  

Der Mühlendamm ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen: 73.000 Fahrzeuge nutzen die Achse täglich. Eine Kontrolluntersuchung im Jahr 2019 machte deutlich, dass das hohe Verkehrsaufkommen, das seinerzeit verwendeten Material und der Zahn der Zeit Spuren am Bauwerk hinterlassen haben. Ein Neubau der Brücke wurde unumgänglich – auch weil im Rahmen der Untersuchungen Defizite in der Tragfähigkeit ermittelt wurden und die Instandsetzung aus wirtschaftlicher und technischer Perspektive nicht möglich ist. 

Architektur- und Ingenieur-Poesie für die Berliner Innenstadt 

An dem Anfang 2021 ausgeschriebenen Wettbewerb für den Neubau beteiligten sich insgesamt zehn Planungsteams. Gegenstand des Wettbewerbs war die Planung des Ersatzneubaus über die Spree, der auch die neuen Beanspruchungen durch die geplante Straßenbahntrasse Alexanderplatz – Potsdamer Platz – Kulturforum standhalten muss. Darüber hinaus sollte sich der Entwurf einerseits harmonisch in die angrenzenden, teilweise denkmalgeschützten Stadtstrukturen einfügen, andererseits aber auch als architektonisches Bindeglied zu den sich entwickelnden, neuen Stadtquartieren fungieren. Kurzum: die Brücke verbindet nicht nur Ost und West, sie ist auch ein wichtiges Element einer lebenswerten Berliner Innenstadt. 

An den Entwurf wurden komplexe Herausforderungen gestellt. So muss der Abriss und Neubau unter Aufrechterhalten des Verkehrs erfolgen, da eine vorrübergehende Stilllegung auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens nicht möglich ist. Im Ergebnis muss die Brücke zusätzlich zum Straßenbahn-, Auto- und Busverkehr auch ausreichend Platz für Fahrradfahrer und Fußgänger bieten. Um Veränderungen durch die Mobilitätswende gerecht zu werden, muss das Bauwerk zudem auch Umgestaltungspotenzial haben. 

Moderne Architektur in historischer Umgebung 

Der Entwurf von Ramboll und Gottlieb Paludan Architekten überzeugt durch eine zeitgemäße Brückenform. Die dreifeldrige Stahlbrücke ruht auf skulptural geformten, sich v-förmig öffnenden Stahlbetonpfeilern und überspannt in leichtem Bogen die Spree.   

Die Jury würdigte insbesondere die gewählte Auflösung des breiten Brückenprofils zur Belichtung des Raums unter der Brücke, die Formsprache sowie die hellen, gekrümmten Flächen. Auch die großzügigen Auf- und Abgänge und die gute Anbindung an die umgebenden Stadt- und Landschaftsräume wurden lobend erwähnt. Durch die Dynamik und Leichtigkeit setzt der Entwurf moderne Akzente, konkurriert aber nicht mit der zum Teil historischen Bebauung in der Umgebung.   

Wettbewerbssieger ist der Vorschlag des Berliner Ingenieurbüros Arup Deutschland GmbH und den Kopenhagener Architekten Cobe A/S.