Höchstleistung im Krankenhaus – automatisierte Logistik unterstützt Patientenversorgung

12. Oktober 2021

Automatisierte Logistik in Kliniken kann Abläufe erleichtern, verschnellern und effizienter gestalten. Das Ergebnis: eine merkliche Entlastung des Pflegepersonals und ein unmittelbarer Einfluss auf die Patientenversorgung. Wie dies auch in Deutschland realisiert werden kann und welche Möglichkeiten bestehen erklärte Daniel Anders-Taudien in seinem Impulsvortrag bei der Konferenz Krankenhauslogistik 2021 in Essen.

Kontakt

Daniel Anders-Taudien

Project & Sales Manager
Telefon: +49 30 437753014
Mobiltelefon: +49 174 2168098

Björn Gernoth

Head of Department, Hospital Logistic
Telefon: +49 30 437753-013

Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Notwendigkeit zur Steigerung der Attraktivität von Pflegeberufen auch in Deutschland zum Top-Thema geworden. Durch den Personalmangel steigt die Arbeitsbelastung und führt zu einer weiteren Verschärfung der Situation. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, die qualifizierten Kräfte für das einzusetzen, was zählt: die Versorgung von Patientinnen und Patienten.

Zeit, die auf der Strecke bleibt

Studien zeigen jedoch, dass Pflegekräfte viel Zeit für andere Tätigkeiten aufwenden müssen, um den Klinikbetrieb aufrecht zu erhalten. Dazu zählen unter anderem Hol- und Bringdienste, Bestellungen, Lagerhaltung oder der Transport unterschiedlichster Waren und Güter. Viele dieser Tätigkeiten lassen sich teilweise oder sogar vollständig automatisieren. So entlasten technische Logistiklösungen das medizinische Personal. Medizinische Materialien können beispielsweise mit minimalem personellem Aufwand und ohne den Einsatz von Pflegekräften transportiert werden: AWT-Anlagen und Fahrerlose Transportsysteme (FTS) bieten hierfür individuell an die Bedarfe des Krankenhauses angepasste Lösungen.

Ein weiteres Beispiel sind diagnostische Proben, die über eine Rohrpostanlage an Laboranlagen angeschlossen werden können. Das medizinische Personal gibt die Proben in die Anlage, ab dann läuft alles automatisiert – bis zur Einspeisung in die Laborstrasse. Damit spart das Personal wichtige Zeit und Laufwege. Beide Lösungen haben unmittelbaren Einfluss auf die Qualität der Patientenversorgung.

Erfolgreiche Umsetzung: Von einzelnen Modulen bis zum komplexen System

Bei der Konferenz in Essen präsentierte Daniel Anders-Taudien ein Projekt aus Bergen. Eindrucksvoll zeigte er die Komplexität der Prozesskette innerhalb des Krankenhauses auf. In dem norwegischen Beispiel werden eine Vielzahl von Automatiserungsmöglichkeiten des Logistikbetriebs ausgeschöpft: von der Großküche, über die Versorgung mit Speisen und den Transport von Betten bis hin zu einem Sterilgutlager, inklusive Reinigung. Viele Systeme und Einzelprozesse greifen ineinander und müssen aufeinander abgestimmt werden.

„Das Projektbeispiel in Bergen zeigt sehr gut die Möglichkeiten der Automatisierung auf. Allerdings können Krankenhäuser auch nur einzelne Module ihrer Logistik automatisieren und so immense Vorteile erzielen“, erklärt der Ramboll-Experte. Schon allein durch die Einführung eines AWT-Systems für den Warentransport lässt sich die Logistik in einem Krankenhaus klar verbessern.
Aus Erfahrung weiß er, dass gerade Betreiber in Deutschland häufig bei den ersten Berührungen mit den neuen Systemen zurückhaltend sind, aber nach den ersten Wochen der Inbetriebnahme überzeugt sind: „Hierzulande erleben wir es häufig, dass Krankenhäuser zunächst mit der Automatisierung einzelner Prozesse starten und dann von den Erfahrungen im Betrieb so begeistert sind, dass weitere Aufträge folgen.“

Personalplanungsbezogene Vorteile:

  • Effektive Personalentlastung durch effizientere Transporte und systematische Automatisierung für sich wiederholende Tätigkeiten
  • Optimaler Personaleinsatz & verbesserte Patientenversorgung: Aufgaben können auf anderes Personal, wie z.B. Versorgungsassistenten verlagert werden. Medizinisches Personal wird bei Routinetätigkeiten entlastet und kann mehr Zeit für die Pflege aufwenden

Betriebstechnische Vorteile:

  • Verlässliche Warenversorgung & -verfügbarkeit: Neben planbaren Prozessen und terminierten Transporten bieten automatisierte Logistiksysteme auch die Möglichkeit Waren jeder Zeit spontan per App abzurufen
  • Verkürzte Zeiten im Warentransport durch eine übergreifende Koordination ganzer Prozessketten
  • Hohe Flexibilität: Kombination und zentrale Steuerung verschiedener Transportsysteme, je nach Bedarf und Platz im Gebäude
  • Senkung der Betriebskosten: Nach einer Zeit von fünf Jahren haben sich die Anlagen amortisiert und tragen dauerhaft zu niedrigeren Betriebskosten bei

Verlässliche Versorgung: Vom Standard bis zum Stresstest

Klare Vorteile bieten auch digitale Simulationen, die vor der Umsetzung der Logistiksysteme von Ramboll durchgeführt werden. Hier lässt sich das System auf Herz und Nieren prüfen. Es wird gezeigt, wie die Prozesse im Normalbetrieb ablaufen und wie sie sich unter unterschiedlichen Bedingungen, zum Beispiel bei einer signifikanten Steigerung des Bedarfs, verändern. Schon vor der Inbetriebnahme lässt sich so die Produktivität der Anlagen steigern und Abläufe können optimiert werden. Auch die Dauer der Inbetriebnahme verkürzt sich durch die Durchführung einer Simulation.

Darüber hinaus lassen sich Ausnahmesituationen in einem digitalen Zwilling der Anlage darstellen: Was geschieht bei einer maximalen Auslastung oder im Katastrophenfall? Wie lässt sich die Versorgung in unterschiedlichen Szenarien verlässlich aufrechterhalten?

All die dargestellten Kompetenzen in Automatisierung und Digitalisierung tragen direkt zur Verbesserung des Gesundheitssystems bei, da sie eine größere Versorgungssicherheit gewährleisten.

 

 

 

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