Faserverbundstoffe als Teil der Kreislaufwirtschaft: Ramboll erarbeitet Konzept

22. November 2021

Faserverbundwerkstoffe sind leicht, stabil und kostengünstig in der Herstellung. Die Kunststoffe, die mit Glas-, Carbon- oder anderen Fasern verstärkt sind, eignen sich perfekt für den Leichtbau von Sportbooten oder -flugzeugen. Bis heute ist jedoch unklar, wie dieser Materialmix effizient recycelt werden kann. Ramboll untersucht nun in einem Forschungsvorhaben im Auftrag des Umweltbundesamtes geeignete Konzepte, um diese Werkstoffe im Materialkreislauf zu halten.*

Kontakt

Alexander Potrykus

Alexander Potrykus

Senior Managing Consultant, Umwelt- und Gesundheitsrisikomanagement
Telefon: +49 89 978970126
Ferdinand Zotz

Ferdinand Zotz

Senior Managing Consultant
Telefon: +49 89 9789701-41

Ziel des Projekts ist es, ein Kreislaufkonzept für Produkte aus Faserverbundstoffen zu entwickeln und Lösungen zu erarbeiten, wie diese einer schadlosen und hochwertigen Verwertung zugeführt werden können, sie also z.B. umweltschonend wiederaufbereitet, zerlegt und recycelt werden können. Damit sollen sie möglichst lange im Wertstoffkreislauf gehalten werden, was Ressourcen spart und negative Auswirkungen auf die Umwelt reduziert.  

Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Erfolgskonzept

Das Projektteam besteht aus Ramboll Fachleuten aus dem Bereich Umwelt & Gesundheit, Management Consulting und weiteren externen Partnern wie den Fraunhofer Instituten ICT und UMSICHT. Diese interdisziplinäre Zusammensetzung stellt den Erfolg des Projekts sicher: „Unser Team setzt sich aus Expertinnen und Experten verschiedener Bereiche zusammen. So entwickeln beispielsweise Fachleute aus dem Bereich der Materialwirtschaft Strategien für die Wiederverwendung, während Kolleginnen und Kollegen mit Wirtschafts- und Rechtsexpertise sicherstellen, dass die Lösungen wirtschaftlich sind.“, sagt Alexander Potrykus, Projektmanager im Bereich Umwelt & Gesundheit.

Neben Empfehlungen auf technischer Ebene beinhaltet das Konzept auch die Bereitstellung digitaler Informationen und Plattformen hinsichtlich der Produkte und Aufbereitungsmöglichkeiten sowie auch der Materialkennzeichnung. Es berücksichtigt ebenso politische wie organisatorische Instrumente. Mit dem Projekt betreten unsere Expertinnen und Experten auch ein Stück Neuland.  

Benjamin Schramm, Chemiker im Bereich Umwelt & Gesundheit bei Ramboll Deutschland beschreibt es so: „Eine große Herausforderung im Projekt besteht darin, erst einmal aussagekräftige Daten zu den relevanten Produkten von relevanten Stakeholdern und anderen Quellen zu erhalten. Doch leider sind öffentlich zugängliche Informationen und Statistiken auf diesem Gebiet sehr rar.“ Zusammen mit den Fraunhofer Instituten leistet Ramboll bei diesem Projekt hier einmal mehr Pionierarbeit auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft und führt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem UBA der letzten Jahre fort. 

„Neue Werkstoffe erfordern neue Recyclingverfahren und bieten die Gelegenheit, neue Konzepte zu denken. Wie geht man mit kleinen Abfallströmen um, die aufbereitungstechnische Herausforderungen stellen? Wie kann eine reverse Logistik gelingen? Wie kann Digitalisierung die Kreislaufführung stützen? Das Vorhaben erprobt dies - und darin liegen Stärke und Wert.“, glaubt Petra Weißhaupt, Umweltbundesamt.

Hier können sie den Bericht "Faserverbundstoffe: Zukunftsmaterial mit offener Entsorgung" des Umweltbundesamt lesen.

Ramboll ist auch bereits Mitglied einer Arbeitsgruppe des DIN, die einheitliche Normen und Standards für die Kreislaufwirtschaft identifizieren und formulieren soll.

*Offizieller Name des Forschungsvorhabens: „Digital Kreisläufe schließen am Beispiel des Recyclings von Sportbooten, Leichtflugzeugen sowie Bedarfsgegenständen aus Faserverbundwerkstoffen“, FKZ 3721 34 302 0