Ramboll erneut mit Evaluation des Förderprogramms „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ beauftragt

15. April 2020
Auch in der zweiten Förderperiode hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Ramboll wieder mit der Evaluation des Programms beauftragt. Überzeugen könnte das Team insbesondere durch sein dialogorientiertes Untersuchungsdesign.

Wie wichtig der Beruf der Lehrerinnen und Lehrer ist, erfahren viele Eltern und ihre Kinder in diesen Tagen der Corona-bedingten Schulschließungen besonders deutlich. Die aktuelle Situation macht aber auch sichtbar, wo hierzulande noch Nachholbedarf bei den Lehrkräften und ihrer Ausbildung besteht: Der Umgang mit digitalen Tools und Plattformen, die das Lernen von zuhause erleichtern, ist für viele Neuland.

„Digitalisierungsbezogene Kompetenzen sind für die Umsetzung innovativer Lehr-Lern-Konzepte wichtig. Ihre Förderung ist bislang in der Ausbildung von Lehrkräften zu kurz gekommen,“ erklärt Dr. Anja Durdel, Business Managerin und Bildungsexpertin bei Ramboll. „Digitalisierung explizit als Ziel der ‚Qualitätsoffensive Lehrerbildung‘ aufzunehmen war einer der Punkte, der im Zwischenbericht zum Förderprogramm ‚Qualitätsoffensive Lehrerbildung‘ angemerkt und nun in der zweiten Förderphase berücksichtigt wurde. Es ist schön zu sehen, dass unsere Evaluation hier einen direkten Beitrag zu einem so hochaktuellen Thema leisten kann.“

Lehrerbildung fördern und Wirkungen prüfen

Bereits seit 2015 unterstützt das Förderprogramm des BMBF und der Länder ausgewählte Lehrerbildende Hochschulen dabei, ihre Strukturen zu verbessern und auch den Austausch mit der Schulpraxis sowie den für das Referendariat zuständigen Akteuren zu stärken. Insgesamt werden die Hochschulen durch die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ über zehn Jahre mit bis zu 500 Millionen Euro unterstützt. 

Ramboll untersucht in einer umfassenden Evaluation die Wirkung dieser Förderung. Können mit den an den Hochschulen umgesetzten Maßnahmen die Strukturen optimiert und die Anerkennung der Lehrerbildung verbessert werden? Um das zu prüfen, setzt Ramboll auf eine Vielzahl von dialogorientierten Erhebungsinstrumenten: Experteninterviews mit Kultus- und Wissenschaftsministerien in allen Bundesländern, Workshops mit und Fallstudien an geförderten Hochschulen sowie Expertengespräche mit nicht geförderten Hochschulen kommen ebenso zum Einsatz wie ein komplexes quantitatives Monitoring.

„Wir bewegen uns hier in einem wissenschaftlichen Umfeld mit hohen fachlichen Standards. Indem wir diese hohen Standards auch an unsere Untersuchungen angelegt haben, ist es uns gelungen, Vertrauen und Anerkennung der am Programm beteiligten Akteure zu erwerben,“ so Anja Durdel. 

Die Ergebnisse der Evaluation wurden bisher in einem Umfeldbericht (2017) und einem Zwischenbericht (2018) veröffentlicht. Der Abschlussbericht, der dann auch die Untersuchungen zur zweiten Förderphase enthält, wird 2020 erscheinen. „Es freut uns sehr, dass uns vor allem Vertreter der Bundesländer zurückgemeldet haben, dass unser Zwischenbericht und die enthaltenen Empfehlungen für die weiteren Planungen in der Lehrerbildung hilfreich waren. Unser Ziel ist es, auch mit dem Endbericht weitere Impulse setzen zu können und somit einen Teil zur qualitativen Verbesserung der Lehrerbildung in Deutschland beitragen zu können.“