Yannik Melchior

Consultant

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Womit beschäftigst du dich bei Ramboll?

Als studierter Bauingenieur für Mobilität und Infrastruktur mit den Vertiefungsrichtungen Verkehrstechnik und spurgeführte Transportsysteme, befasse ich mich bei Ramboll mit Themen zur nachhaltigen und ressourcenschonenden Mobilität. Hauptsächlich bin ich damit beschäftigt Eisen- und Straßenbahnanlagen sowie Fuß- und Radverkehrsanlagen zu planen.

Das heißt, dass ich mir mit meinen Kollegen genau ansehe, wie zum Beispiel eine Straßenbahnlinie am besten trassiert wird, wo sich Haltestellen befinden sollten und wie Fuß- und Radwege verlaufen sollten.

Es gilt immer das große Ganze im Blick zu behalten und zwischen verschiedensten Lösungsmöglichkeiten abzuwägen, um die zu erwartenden Wege der Menschen und Waren mit einer möglichst nachhaltigen Verkehrsmittelwahl zu gestalten.

Zum anderen schaue ich mir auch bestehende Anlagen bzw. Planungen an und prüfe hier betriebliche und verkehrstechnische Aspekte. Zum Beispiel, ob die Anbindung an andere Verkehrsmittel noch verbessert werden kann, wie viele Fahrzeuge ein Verkehrsunternehmen für seinen Betrieb benötigt oder welche Anpassungen notwendig sind, um den Verkehr an einer Straßenkreuzung sicherer zu machen. 

Digitalisierung ist bei Ramboll ein wichtiges Thema. Was bedeutet es für deinen Arbeitsalltag?

Digitale Hilfsmittel spielen eine wichtige Rolle. Zeichnungen der Projekte werden schon lange mit speziellen Software-Programmen angefertigt.

Inzwischen ist es für einige Projekte Standard, dass die Planung mit der Methode Building-Information-Modeling (BIM) durchgeführt wird, also in 3D. Dabei können direkt Informationen zu den Bauteileigenschaften und auch Zeit- (4D) und Kostenpläne (5D) in das Model integriert werden. Hier profitieren wir massiv von den Erfahrungen unserer Skandinavischen Kollegen, die in dieser Methodik schon seit längerer Zeit arbeiten. Aus diesen Gründen beschäftige ich mich auch intensiv damit, wie Virtual und Augmented Reality in der Planung genutzt werden können, damit wir die vielen Details einer komplexen Planung in einem Modell besser aufeinander abstimmen und Widersprüche in der Planung rechtzeitig vermeiden können. Das erleichtert nicht nur die Abstimmung mit den Kunden und anderen Fachplanern, sondern senkt auch im weiteren Verlauf die Baukosten.

Stimmt das Bild vom Ingenieur noch, der bei Wind und Wetter auf allen möglichen Baustellen präsent sein muss?

Ich weiß nicht, ob dieses Bild jemals ganz richtig war. Denn den einen klassischen Ingenieur auf der Baustelle gibt es sowieso nicht – dafür ist das Spektrum des Berufsbilds viel zu groß. 

Meine befreundeten Ingenieure aus Studienzeiten, die so wie wir im Büro in den Planungsstufen nach HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) 1-7 arbeiten, oder in der HOAI 8 – der Bauüberwachung und Dokumentation– tätig sind, verbringen die meiste Zeit im Büro – oder eben im Baucontainer auf der Baustelle. 

Um einen guten Eindruck vom Projekt vor Ort zu erhalten, sind Ortsbesichtigungen jedoch noch immer ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Digitale Daten wie Orthofotos, Katasterdaten und ganz gewöhnliche Karten-Apps oder Vermessungen ergänzen das natürlich. Für die Erhebung dieser Bild- und Vermessungsdaten kommen auch immer häufiger Drohnen zur Anwendung. 

Aber Wind und Wetter erlebe ich trotzdem jeden Tag, wenn ich mit dem Rad zur Arbeit fahre.