Eine Erfahrung fürs Leben

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„Als ich in Singapur gearbeitet habe, war ich die einzige Dänin in einem großen Team mit Leuten aus China, Malaysia, Indien, Indonesien und den Philippinen. Durch diesen Kontrast zu meinem Alltag in Dänemark habe ich gelernt, Menschen aus anderen Kulturen besser zuzuhören und mit ihnen zu interagieren. Und obwohl ich jetzt wieder in Kopenhagen lebe, kann ich diese Fähigkeiten jeden Tag bei meiner Arbeit in den vielen internationalen Projekten von Ramboll anwenden.

Deshalb überrascht es mich, dass viele junge Ingenieurinnen und Ingenieure einem Auslandsaufenthalt als wertvollen Karriereschritt heute keine große Bedeutung beimessen. Laut einer Studie von IDA, DSE und Capax Recruitment ist es nur etwas mehr als der Hälfte der jungen Ingenieurinnen und Ingenieure wichtig, dass sie irgendwann in ihrer beruflichen Laufbahn im Ausland arbeiten können.

Jede Menge Eindrücke

In Singapur arbeitete ich für einen lokalen Partner von Ramboll, einem Experten für Hafenplanung, Gestaltung und Betrieb von Häfen. Als einzige Dänin im Büro kehrte ich mit jeder Menge Erfahrungen, Lektionen und bereichernden Eindrücken über mich selbst und andere Kulturen nach Dänemark zurück.

In Asien basiert das Arbeitsumfeld auf engen Beziehungen – diese aufzubauen erfordert viel Geduld. Das erlebte ich selbst aus erster Hand, als ich nach zwei Monaten in Singapur eine Weihnachtsfeier veranstaltet und keiner der eingeladenen Kolleginnen und Kollegen erschien. Aber als meine Zeit vor Ort sich nach einem Jahr dem Ende neigte, merkte ich, dass ich dem Team wichtig geworden war. Die Dinge brauchen Zeit und das muss man respektieren. Wenn man das beherzigt, wird die Geduld am Ende belohnt.

Ein weiterer kultureller Unterschied ist, dass wir um alles viel mehr Aufheben machen als es Asiaten tun. Das kann leicht dazu führen, dass eine aufgeschlossene Dänin wie ich es bin, die Fähigkeiten der asiatischen Kolleginnen und Kollegen unterschätzt. Ich lernte, diese kulturellen Unterschiede besser wahrzunehmen und Dinge zu hinterfragen, die ich für selbstverständlich hielt.

Man sagt ja, Reisen bildet. Die wichtigste Lektion, die ich gelernt habe ist, selbstbewusst in meine Fähigkeiten zu vertrauen. In Singapur war ich nicht von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen umgeben, sodass ich mich nicht auf deren Feedback verlassen oder mit denen ich mich bei einem Kundenmeeting abstimmen konnte. Ich musste an mich selbst glauben und das hat mich nachhaltig geprägt.

Da immer mehr Projekte in unserer Branche international sind, wird es auch wichtiger, sich in unterschiedlichen kulturellen Umgebungen zurechtfinden zu können. Es ist nicht nur entscheidend, über exzellente Fachkenntnisse zu verfügen – das sehen die Kunden als selbstverständlich an –, sondern man muss auch ein glaubwürdiger Berater sein. Dabei kommt es sehr auf Intuition und Einfühlungsvermögen an. Und das sind Dinge, die man nicht an der Universität lernt – diese Kompetenz erhält man nur durch eigene Erfahrungen.

Also liebe junge Ingenieurinnen und Ingenieure: Geht ins Ausland! Holt euch euer Ticket für persönliche Entwicklung, wertvolle Erfahrungen, neue Erkenntnisse und Durchhaltevermögen. Die ganze Welt steht euch offen.“