Davis Adedayo Eisape

Senior Manager

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Für mich beschreibt der Begriff Smart City oder besser noch Smart City & Region eine Vision von einer Stadt einer Region, die die (Grund-)Bedürfnisse Ihrer Menschen ressourcen- und klimaschonend sowie komfortabel und wirtschaftlich nachhaltig sichert. Allgegenwärtige Trends wie Urbanisierung, Globalisierung und Klimawandel bestärken zudem den Bedarf unsere Städte so zu gestalten, dass sie für die Zukunft gewappnet sind. Dabei gilt es auch die kurzsichtigen Planungen der Vergangenheit auszubalancieren. Das Konjunkturpaket winkt aktuell mit hohen Fördergeldsummen und bietet damit den notwendigen Anstoß für Zukunftsprojekte. 

Aber diese Gelder müssen auch abgerufen werden! Denn werden die staatlichen Mittel nicht genutzt, verschwinden anfängliche Ideen und der Wille für Veränderungen schnell wieder in der Schublade. Das wäre fatal, weil wir alle wissen, dass unsere Städte eine Neustrukturierung brauchen, um langfristig lebenswert zu bleiben. Und unsere ländlichen Regionen dringend eine Modernisierung benötigen, um nicht abgehängt zu werden.

Fördergelder nutzen 

Eins dürfen wir dabei nicht vergessen: Eine Smart City oder Region wird nicht über Nacht umgesetzt. Es ist ein langwieriger Prozess, der ganzheitlich und nachhaltig geplant werden muss. Denn wirklich smart ist die Umsetzung nur, wenn sie vernetzt gedacht wird und sämtliche Bereiche unseres Lebens mitdenkt. Das Konzept und die Strategie bilden den Startpunk der Umsetzung für eine Smart City oder Region. Erst danach kommen verschiedene Technologien zum Einsatz, die neue Vernetzungsmöglichkeiten bieten. Die dann wiederum in Dienstleistungen und Geschäftsmodelle für alle resultieren. 

Meiner Meinung nach ist dabei insbesondere die erste Phase rund um Konzeptionierung und Strategieentwicklung entscheidend, denn sie bildet die Basis für das folgende Vorgehen. Das Konzept für eine Smart Region ermöglicht gleichzeitig die Bewerbung für Fördermittel. Häufig starten Kommunen mit großen Visionen für einzelne Projekte, die am Ende ihre Ziele nicht erfüllen. Ich bin davon überzeugt, dass der entscheidende Grund dafür ist, dass zu viel Energie in die Planungsphase von Einzelmaßnahmen am Schreibtisch investiert wird, während die Stakeholder kaum einbezogen werden. Dabei muss für das Abrufen der Fördergelder eine grundsätzliche und vor allem ganzheitliche Idee erkennbar sein, die das Zusammenleben der Menschen vor Ort lebenswerter macht. Entscheidend sind keine Hochglanzprojekte, die nur einzelne Lebensbereiche verbessern. Natürlich startet man selten mit einem großen Wurf und eher mit Pilotvorhaben, aber jedes Pilotvorhaben muss sich in einen konzeptionell vorbereiteten großen Wurf einfügen, der dann Schritt für Schritt Realität wird. 

Die Menschen im Fokus 

Für mich ist es unerlässlich, dass nicht nur Politik und Verwaltung eine Strategie entwickeln, sondern auch die Stadtgesellschaft in diesen Prozess aktiv eingebunden wird. Denn die Expertise für die Kommune lebt in der Kommune: die Menschen vor Ort wissen am besten, was ihre Heimat lebenswerter machen kann. 
Ein ganzheitlicher und integrierter Ansatz mit städtischen und regionalen Stakeholdern sowie Bürger*innenbeteiligung gewährleistet zudem den langfristigen Erfolg des Projekts: Kommunen können informierte Entscheidungen treffen und fühlen eine stärkere Verantwortung. Die Folge sind eine höhere Akzeptanz, weniger Überraschungen bei der konkreten Umsetzung eines Projekts – beispielsweise fehlerhafte Priorisierungen, unrealistische Budgets oder Hochglanzlösungen, die nicht umgesetzt werden können, weil das Geld bereits verbraucht ist. Deshalb können vor allem zu Beginn der Initiative externe Beraterinnen und Berater, die mit einem unvoreingenommenen Blick die aktuelle Lage beurteilen, die notwendige Orientierung schaffen und passende Prozesse anstoßen.

Meine Kollegen und ich haben es uns zum Ziel gemacht, gemeinsam mit den Kommunen hierzulande sowie den Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Stakeholdern vor Ort die Smart City und Smart Region Wirklichkeit werden zu lassen. Mehr zum Thema finden Sie auch in meinem letzten Beitrag und in Rambolls interaktiver Broschüre „Mit Innovationskraft zu neuer Urbanität“